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Was vom Krieg übrig bleibt

Blindgänger aus dem Bombenkrieg 1942-1945

Sonderausstellung im MHM Gatow vom 30. Juni 2020 bis 10. Januar 2021

Wir hören sie immer wieder im Radio – Hinweise auf Straßensperrungen, weil ein Bombenblindgänger gefunden wurde und unschädlich gemacht werden muss. Auch das zeigt, dass ein Krieg nicht „vorbei“ ist, wenn die Kampfhandlungen eingestellt werden, sondern dass seine Auswirkungen sehr langfristig sind.

 

Das Militärhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow (MHM Gatow) zeigt aus Anlass des Kriegsendes vor 75 Jahren eine Sonderausstellung, in der es um die Hinterlassenschaften an nicht-detonierten Fliegerbomben des Zweiten Weltkriegs in Deutschland geht. Nach einer Einführung in die historischen Rahmenbedingungen, die zum Bombenkrieg seitens der Alliierten über dem damaligen Deutschen Reich führten, steht die Arbeit der Luftbildauswertung und der Kampfmittelbeseitigungsdienste im Zentrum der Betrachtung. Zudem bietet die Ausstellung einen historischen Rückblick auf die Blindgängerräumung in der Nachkriegszeit und zuvor während des Zweiten Weltkriegs, als auch Strafgefangene und KZ-Häftlinge für diese gefährliche Arbeit eingesetzt wurden. Es gibt keine genauen Zahlen, aber Schätzungen gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkriegs über Deutschland eine Bombenlast von mehr als 1,35 Millionen Tonnen abgeworfen wurde. Davon waren fünf bis 20 Prozent Blindgänger, je nach Bombentyp. Vieles wurde in den Jahren nach dem Krieg beräumt, doch vieles liegt noch immer in der Erde. Luftbilder der Alliierten aus der Kriegszeit liefern Hinweise auf Blindgänger. Für deren Entschärfung und Beseitigung sind speziell geschulte Fachkräfte zuständig, deren Arbeit – trotz aller Hilfsmittel – nach wie vor risikoreich ist.

Die Ausstellung zeigt zahlreiche Dokumente, Fotos, Filme und Objekte, darunter Geräte zur Blindgängersuche und deren Entschärfung, verschiedene Zündertypen, entschärfte Bomben, außerdem Luftbilder und Luftbildkameras wie sie von den Alliierten zur Dokumentation der Zerstörungen eingesetzt wurden.

Stellvertretend für die Schicksale der vielen Menschen, die durch den Kontakt mit Weltkriegsmunition zu Schaden kamen, werden in der Ausstellung Porträts aus der Serie "The Eyes of War" des niederländischen Fotografen Martin Roemers gezeigt.

Die Besucherinnen und Besucher lernen in der Ausstellung nicht nur die Vorgehensweisen der Luftbildauswertung, Kampfmittelortung und -räumung kennen, sie können an verschiedenen partizipativen Stationen auch ihr Wissen über Fundmunition schulen und testen.

Gemeinsam mit dem Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe haben wir eine Miniserie zu ausgewählten Exponaten produziert. Alle bisher veröffentlichten Folgen können sie in einer Playlist auf unsererm YouTube-Kanal nachsehen:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLZkpucF4BtoVYYHMbx_N6wXe6eaGrTbJ6

Den Katalog zur Sonderaussttellung erhalten Sie im Eingangscontainer und bei den Aufsichten.

 

 

Kontaktdaten

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Flugplatz Berlin-Gatow
Postfach 220053
14061 Berlin

Pakete und Lieferungen:
Kladower Damm 182
14089 Berlin

Besuchereingang:
Am Flugplatz Gatow 33
14089 Berlin

+49 (0)30 3687 -2601

+49 (0)30 3687 -2610

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